Hochzeits-ABC: C wie Catering

C wie Catering

Ja, ich schäme mich schon ein bisschen 🙁 Da hatte ich es mir vorgenommen, jede Woche einen neuen Buchstaben des Hochzeits-ABC zu posten und wir sind jetzt immer noch bei C. Ich gelobe Besserung und liefere dir als Entschädigung ganz viel Foodporn. Solltest du jetzt noch keinen Hunger haben, hast du spätestens am Ende des Artikels Gelüste nach Fingerfood-Platten Deluxe. Ich habe mich mit Florian Rosbund von Filius Event und Catering unterhalten und er weiht dich heute in das kleine ABC des Caterings ein.

Die Fotos zeigen köstliche Speisen von Filius Event und Catering und sind bei unserem Vintage Shooting entstanden. Und ja, sie schmeckten genauso, wie sie aussehen, ich durfte nach dem Shooting probieren 🙂 Alle Fotos stammen von Hochzeitsfotografin Cornelia Lietz.

So und jetzt Tisch gedeckt, es ist angerichtet:

Was macht ein gutes Hochzeitscatering aus?

Für Florian ist besonders die Zusammenarbeit zwischen Caterer und Brautpaar wichtig. Ein Full Service Caterer, wie Filius Event und Catering, verfügt über viele Kontakte zu anderen Hochzeitsexperten und über einen großen Erfahrungschatz. Wenn der Brautstrauß zur Tischdeko passt und die Brautjungfernkleider die Farbe der Papeterie aufgreift, sollte sich auch das Catering nahtlos einfügen und die Persönlichkeit des Brautpaares kulinarisch darstellen.

Wenn im Catering Rezepturen aus der Heimat mit einfließen, die bisherige Geschichte des Brautpaares kulinarisch begleitet wird oder besondere Hobbys thematisiert werden, sind begeisterte Gäste und ein glückliches Brautpaar quasi garantiert.

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Cornelia Lietz HochzeitsreportagenCornelia Lietz HochzeitsreportagenCornelia Lietz Hochzeitsreportagen

Soll ich lieber ein Buffet oder ein Menü zusammenstellen?

Florian: Unterm Strich ist jede Feier ein Kompromiss zwischen den Wünschen des Brautpaares und dem vorhandenen Budget. Ein Menü kann auch in einer Scheune oder auf einem Acker serviert werden, wenn das Budget denn groß genug ist, um eine entsprechend große Profiküche im Hintergrund aufzubauen. Da dies meist nicht der Fall ist, hängt die Entscheidung Menü oder Buffet maßgeblich von den Möglichkeiten der Location ab. Dann gibt es natürlich auch noch Speisen, die sich für ein Buffet in der Regel nicht eignen, wie z.B. ein Risotto oder rosa gebratenes Fleisch. Jedoch können auch diese Gerichte wunderbar an einem Buffet umgesetzt werden, wenn es denn ein Live Cooking Buffet ist, durch das aber das Budget wiederum stärker belastet wird. Unterm Strich ist es immer eine Entscheidung, die von Kompromissen geprägt wird und unbedingt von Fachleuten beraten werden sollte. Wieder ein Punkt, an dem sich ein Weddingplaner oder Full-Service Caterer auszahlt.

Welches Gericht ist das Lieblingsessen auf Hochzeiten?

Generell fragen viele die Speisen an, die sie als Brautpaar so kennen, sprich, auf anderen Hochzeiten gesehen haben. Die Überraschung und Freude ist oft groß, wenn Florian diese Gerichte leicht abwandelt und somit aus der Tomaten Mozzarella Platte eine “Caprese Infusion“ wird.

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Die Top 3 deiner am häufigsten bestellten Gerichte

Am häufigsten wünschen sich die Brautpaare ein Grill-Buffet. Wenn sich die Brautpaare nach dem Grill-Buffet eine Currywurst gibt es eine Dopplung an Zutaten und Zubereitungsarten.  Als Mitternachtssnack habe ich diese Saison oft Flammkuchen gemacht, man kann auch Fish and Chips anbieten – alles gute Alternativen zur Currywurst. Sonst gibt es eigentlich kaum Gerichte, die als klarer Wunsch von Brautpaaren geäußert werden. Die meisten wünschen sich Vorschläge von mir als Caterer.

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Was hältst du von der traditionellen Hochzeitssuppe?

Florian: Nichts. Langweilig, teuer, da Service-intensiv und definitiv nicht mehr dem Geist der Zeit entsprechend. Der dahinter stehende Wunsch des Brautpaares, dass alle Gäste einmal sitzen, etwas Ruhe in den Saal kommt und ggf. kurze Reden gehalten werden können, unterschreibe ich sofort. Nur ist die servierte Hochzeitssuppe zwar ein Weg zu diesem Ziel, aber wirklich nicht der beste Weg!

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Florians Super-Catering- Tipps:

Individualität:

  • Wenn ein Caterer schon 10 Minuten nach dem Telefonat oder der E-Mail Anfrage ein „Persönliches Angebot“ verschickt, möchte ich an der Individualität zweifeln. Alle Dienstleister, die das Paar mit ins Boot nimmt, dürfen an einem der intimsten Momente des Brautpaares teilhaben! Dem sollte sich das Brautpaar, vor allem aber jeder einzelne Dienstleister, bewusst sein und davor den höchsten Respekt haben!
  • Vorsicht bei Pauschal-Angeboten: Prüft ganz genau, wie viel die einzelnen Positionen kosten und schaut, ob ihr an manchen Stellen limitieren könnt.

Vertrauen und Offenheit

  • Dienstleister können nur zu wenig von Brautpaar, dessen Wünschen und auch vom Ablauf wissen, niemals zuviel! Die Deutsche Bank hatte mal den Sloagen: „Vertrauen ist der Anfang von allem“ und damit hatten die einfach Recht. Das Brautpaar muss dem Dienstleister vertrauen, dass er gute Arbeit leistet und nicht mit der Anzahlung „durchbrennt“. Als Dienstleister liegt der eigene Gewinn oft erst bei den letzten 5% der Rechnungssumme. Damit müsste er eigentlich 95% Anzahlung verlangen, um sicher zu gehen, dass er nicht eventuell trotz viel Arbeit und Anstrengungen hinterher noch draufzahlen muss. Das fordert auch vom Dienstleister sehr viel Vertrauen in das Brautpaar, dass hinterher eben die gesamte Rechnung auch bezahlt wird, denn er kann seine Dienstleistung nicht zurücknehmen.

Budgetkontrolle

  • Wie beim Hausbau auch, wird’s immer teuer als ursprünglich geplant. Es sei denn, ein Architekt (in unserem Fall der Weddingplanner oder eben der Full Service Caterer) behält das Budget im Auge. All die kleinen Extras, von der besonderen Dekoration der Stühle am Brauttisch, über das kleine Upgrade bei der Vorspeise bis zur vor Ort gebuchte Verlängerungsstunde des Fotografen kosten Geld. Und das kann in der Summe schnell vierstellig werden! Wer sein Budget also selbst verwalten will, sollte dies sehr gewissenhaft tun, damit hinterher die Dienstleister, die alle auch große Umkosten haben, auch noch pünktlich bezahlt werden können.
  • Nach dem Motto, „wer suchet, der findet“ wird man auch bei Hochzeiten immer irgendwo Dinge finden , die man sich anders gewünscht hätte. Das ist normal und lässt sich nicht vermeiden. Am besten beauftragt man einen Trauzeugen, oder die Eltern damit, das Budget zu verteilen. Dafür übergibt man einem vertrauten Menschen im Idealfall 110% des Budgets und bitte ihn, die Abrechnung mit den Dienstleistern zu übernehmen. Das Geld ist dann weg und man hat damit nix mehr zu tun und kann sich auf die Feier freuen und man hat nach der Hochzeit Zeit dafür, die ersten Tage der Ehe zu genießen und muss sich nicht mit Abrechnungen herumärgern. Und wenn dann nach zwei Wochen der Trauzeuge kommt, und einem noch übriges Geld vorbei bringt, ist das eine schöne Überraschung, die sich wunderbar in ein romantisches Dinner investieren lässt.

Vielen Dank für dein Know-How, lieber Florian 🙂 Ich hoffe, die Tipps helfen dir, das passende Catering auszusuchen 🙂

Deine Charlotte